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Hinweise aktive Lehr-/ Lernverfahren

An dieser Stelle werden aktive Lehr-Lern-Verfahren – Methoden – vorgestellt, die in besonderer Weise geeignet zu sein erscheinen, die Schülerinnen und Schüler zu befähigen, sich zunehmend selbstständig Wissen anzueignen, Probleme zu lösen, neue Situationen zu bewältigen, ihre Lebens- und Umwelt mitzugestalten, lernfähig bzw. lernbereit zu bleiben und deshalb aus didaktisch-methodischer Sicht als besonders attraktiv für den Wirtschaftsunterricht angesehen werden. Folgende Hinweise sollen die Auswahl eines geeigneten Verfahrens und dessen Einsatz im Unterricht erleichtern:

 

Zur Auswahl: Es handelt sich um komplexe Lehr-Lernverfahren, die nicht dadurch lernwirksam werden, weil Schülerinnen und Schüler in irgendeiner Form handelnd tätig werden. Das Rollenspiel etwa ist nicht deshalb für die Auseinandersetzung mit menschlichen Verhaltensweisen interessant, weil „gespielt“ wird, sondern weil in dem in Stufen erfolgenden Einsatz eines Rollenspiels Analyse- und Handlungsmöglichkeiten enthalten sind, die erkenntnisreich für die Auseinandersetzung mit einer Problemstellung sein könnten. Es können beispielsweise gesellschaftliche Konflikte oder Interessengegensätze verdeutlicht, soziale Verhaltensweisen eingeübt und Lösungsstrategien entwickelt werden. Jedes der hier in Kürze vorgestellten Verfahren weist charakteristische Merkmale auf, die besondere geeignet sind, um bestimmte Kompetenzen zu erwerben und in einer bestimmten Art und Weise zu Erkenntnissen zu gelangen.

 

• Zum Einsatz: Unterrichtsprozesse vollziehen sich in Handlungssituationen, die eine Beziehungs-, Handlungs- und Prozessstruktur aufweisen. Diese drei Dimension stehen in Wechselwirkung zueinander und bestimmen die methodische Gestaltung des Unterrichts (siehe Grafik):

Ordnung der Aktiven Lehr-Lernverfahren im Wirtschaftsunterricht

 

Sozialformen werden als Beziehungsstruktur des Unterrichts bezeichnet, die bei allen Methoden ins Spiel kommt. Dazu gehören z. B. Einzelarbeit, Partnerarbeit, Gruppenarbeit und Frontal- oder Klassenunterricht. Verlaufsformen schaffen die Prozessstruktur des Unterrichts. Sie enthalten die Annahme einer zeitlichen Stufigkeit des Lernprozesses (Unterrichtsschritte) und die Aktionsformen ergeben schließlich die Handlungsstruktur des Unterrichts. Jede Aktionsform (Rollenspiel, Erkundung etc.) hat eine eigene spezifische Verlaufsform. Welche Sozialform, welche Aktionsform und welche Unterrichtsschritte gewählt werden, hängt von mehreren Dimensionen ab. Bedeutend sind insbesondere die Ziel-, die Inhalts- und auch die Zeitdimension. 

 

Quelle: Kaminski, H. (2017): Fachdidaktik der ökonomischen Bildung, Stuttgart: utb/Schöningh, S. 2012ff.

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