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Deutschland plant den Kohleausstieg

„Entwurf eines Gesetzes zur Reduzierung und zur Beendigung der Kohleverstromung und zur Änderung weiterer Gesetze“ – so heißt in der offiziellen Sprache ein Entwurf für das Gesetz, dass die schrittweise Beendigung der Kohleverbrennung zur Stromerzeugung in Deutschland regeln soll. Laut dem Entwurf wird das spätestens im Jahr 2038 passieren und betrifft sowohl Steinkohle- als auch Braunkohlekraftwerke. Man spricht vom Kohleausstieg in Deutschland.

Die meisten Kohlekraftwerke, in denen viele Menschen arbeiten und die abgeschaltet werden sollen, befinden sich in Nordrhein-Westphalen, Brandenburg, Sachsen und Sachsenanhalt. Dabei spielt Kohle eine sehr wichtige Rolle bei der heutigen Stromerzeugung in Deutschland. Nach Angaben der Experten des Frauenhofer-Instituts für Solare Energiesysteme lag der Anteil der Braunkohle an der Nettostromerzeugung 2019 bei ca. 20% und der Steinkohle bei 9,5%. Außerdem gehört die Braunkohle neben der Kernenergie zu den wenigen fossilen Energierohstoffen, die es in Deutschland ausreichend gibt. Das bedeutet, dass sie nicht importiert werden müssen. Warum sollen dann Stein- und Braunkohlekraftwerke abgeschaltet werden? Und wodurch sollen sie in Zukunft ersetzt werden?

Bei der Verbrennung von Braun- und Steinkohle entstehen Gase, die schlecht für unser Klima sind – Treibhausgase. Sie sorgen für den Treibhauseffekt, der zur globalen Erderwärmung und dem Klimawandel führt. Das bekannteste von den Treibhausgasen ist Kohlendioxid oder CO2. Nach Angaben des Umweltbundesamtes entstehen jährlich 120 Mio. Tonnen davon in den Braun- und Steinkohlekraftwerken in Deutschland, was ca. zwei Dritteln der gesamten CO2-Emissinonen der deutschen Energiewirtschaft entspricht. Außerdem, wird die Natur auf großen Flächen zerstört, weil Braunkohle mit großen Baggern im Tagebauverfahren abgebaut wird. Nicht selten müssen auch Menschen oder ganze Siedlungen den Kohlebaggern weichen. Statt Braun- und Steinkohle zur Stromerzeugung zu verbrennen, sollen in der Zukunft erneuerbare Energien – Sonne, Wind, Erdwärme, Wasser und Biomasse – genug Strom liefern. Deswegen, so sieht das das Konzept der Energiewende vor, wird die Nutzung von erneuerbaren Energien parallel zu dem Kohleausstieg gefördert und ausgebaut.   

Doch nicht alle Menschen unterstützen im gleichen Maße den Kohleaussieg. Über dieses Vorhaben wird in Deutschland seit vielen Jahren stark diskutiert. Menschen schließen sich in Gruppen, die unterschiedliche Meinungen und Interessen vertreten, einige sind für den Kohleausstieg, die anderen dagegen. Neben Klima- und Umweltschutz stehen solche Aspekte wie sichere Energieversorgung, Investitionen in Kohlekraftwerke oder Arbeitsplätze im Mittelpunkt der Diskussionen.   

 

Aufgaben:

  1. Fasst zusammen, was sind Vor- und Nachteile der Stromerzeugung aus Braun- und Steinkohle.
  2. Findet heraus, was sind die Argumente der Gegner und Befürworter des Kohleausstiegs.
  3. In der Klasse teilt euch in zwei Gruppen und führt eine Diskussion zwischen Gegner und Befürwortern. Nutzt dabei die Argumente, die ihr in der 2. Aufgabe herausgefunden habt.  

 

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